Pressemitteilungen

21.05.2015

Jetzt ist es fix: PädagogInnenbildung NEU startet im Südosten mit 1. Oktober!

Anmeldungen noch bis 1. Juni unter www.zulassunglehramt.at.


Ein Beschluss des Senats der Uni Graz hat gestern den Weg für eine historische Reform der Lehrerbildung frei gemacht: „Wir beginnen am 1. Oktober 2015“, freut sich Elgrid Messner, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Steiermark. „Erstmals in Österreich werden alle Lehrerinnen und Lehrer auf akademischem Niveau ausgebildet – egal, ob sie später an Volksschulen, Neuen Mittelschulen oder an AHS oder Berufsbildenden höheren oder mittleren Schulen unterrichten werden. Damit ist die alte Forderung endlich Realität, dass alle Kinder – egal welcher Altersstufe und welcher Herkunft – von fachlich und pädagogisch gleich gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer unterrichtet werden.“

Vier Universitäten und vier Pädagogische Hochschulen in der Steiermark, in Kärnten und im Burgenland – kurz Entwicklungsverbund-Süd-Ost – haben gemeinsam eine Ausbildung für die „Sekundarstufe Allgemeinbildung“ entwickelt und erfüllen damit österreichweit eine Vorreiterrolle.

Der Entwicklungsverbund-Süd-Ost besteht aus folgenden Institutionen: Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Karl-Franzens-Universität Graz, Kirchliche Pädagogische Hochschule Graz, Pädagogische Hochschule Burgenland, Pädagogische Hochschule Kärnten, Pädagogische Hochschule Steiermark, Kunstuniversität Graz und Technische Universität Graz.

Wenn die StudienanfängerInnen im Herbst 2015 einen neuen Lebensabschnitt beginnen, wird also in Österreich gleichzeitig ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Studierenden der Ausbildung für die „Sekundarstufe Allgemeinbildung“ werden die ersten sein, die unabhängig von der Bildungseinrichtung, an der sie inskribiert sind, die gleiche akademische Ausbildung starten. Ebenso neu ist das Kapitel für die Volksschullehrerinnen und -lehrer, die ein vollakademisches Studium für die „Primarstufe“ beginnen werden, das gleich lang dauern wird wie jenes der Sekundarstufenlehrerinnen und -lehrer.

Bachelor- und Masterstudium

Sowohl das Bachelorstudium für die „Primarstufe“ als auch jenes für die „Sekundarstufe Allgemeinbildung“ dauert acht Semester und umfasst 240 ECTS-Anrechnungspunkte.

Die Ausbildung für die Sekundarstufe bleibt wie gewohnt kombinationspflichtig. Praxiseinheiten in der Schule beginnen schon im zweiten Semester. Diese Phasen werden immer von Lehrveranstaltungen sowie durch Mentorinnen und Mentoren an den Schulen begleitet. Zeitgemäße Kernelemente der pädagogischen Profession, wie Inklusion mit Fokus auf Behinderung, Diversität mit Fokus auf Mehrsprachigkeit, Sprache und Literalität, Gender und Global Citizenship, sind in die Ausbildung integriert.

Das Studium schließt zunächst mit dem Titel „Bachelor of Education“ ab.

Für eine Fixanstellung müssen die zukünftigen Pädagoginnen und Pädagogen allerdings nach oder während einer einjährigen, begleiteten Berufseinstiegsphase noch ein zweijähriges Masterstudium anschließen, das weitere Schwerpunktsetzungen erlaubt.

Ein Masterstudium im Umfang von zwei bis drei Semestern müssen auch die zukünftigen Volksschullehrerinnen und -lehrer absolvieren, die damit hinsichtlich der Qualität der Ausbildung ihren NMS-/AHS-KollegInnen absolut gleichgestellt sein werden.

„Spezialisierte GeneralistInnen“ in der Primarstufe

Die zukünftigen Volksschullehrpersonen bleiben weiterhin GeneralistInnen, da sie ja als Klassenlehrerinnen und -lehrer unterrichten. Sie werden sich ab dem dritten Semester in einem Gebiet – zum Beispiel Inklusion, Kreativität, Medien, Gesundheit, Naturwissenschaften und Religion – vertiefen können.

Breites Fächerangebot in der Sekundarstufe

Sekundarstufenlehrerinnen und -lehrer können je nach Angebot der jeweiligen beteiligten Hochschulen und Universitäten folgende Unterrichtsfächer studieren: Bewegung und Sport, Biologie und Umweltkunde, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Chemie, Darstellende Geometrie, Deutsch, Englisch, Französisch, Geografie und Wirtschaftskunde, Geschichte-Sozialkunde-Politische Bildung, Griechisch, Informatik, Instrumentalmusikerziehung, Italienisch, Katholische Religion, Latein, Mathematik, Musikerziehung, Philosophie und Psychologie, Physik, Russisch, Slowenisch, Spanisch und (nach Maßgabe der Finanzierung) auch Türkisch. Ab 2016 wird es auch Bildnerische Erziehung und Werken geben.

Als Spezialisierung für ein Lehramtsstudium sind möglich: Inklusive Pädagogik mit Fokus Behinderung (ist mit allen Unterrichtsfächern kombinierbar) und Vertiefende Katholische Religionspädagogik für die Primarstufe (kann nur mit dem Unterrichtsfach Katholische Religion kombiniert werden).

Intensive Entwicklungsarbeit

An der Entwicklung des Curriculums, das in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet wurde, waren weit mehr als 350 Fachexpertinnen und -experten beteiligt. Die intensive Abstimmung wurde durch die bereits bestehenden Kooperationen zwischen den Universitäten und Pädagogischen Hochschulen begünstigt. Beispiele für die erfolgreiche Zusammenarbeit sind unter anderem NAWI Graz, der gemeinsame Hörsaal und Musikologie. Alle Lehrpläne wurden international begutachtet und erhielten sehr positive Resonanz.

Neben den gemeinsamen Curricula wurde auch ein einheitliches Aufnahmeverfahren entwickelt. Anmeldungen für das Lehramtsstudium im Entwicklungsverbund Süd-Ost sind noch bis 1. Juni 2015 unter www.zulassunglehramt.at möglich.

Foto honorarfrei, ©: www.furgler.at


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